Archiv für November 2013

Wer hat uns verraten? Die „Lange 17″-Sozialdemokraten!

CypherAuf ihrem Blog veröffentlichten die Ex-Besetzer_innen von Ilmenau nun das Gesprächsprotokoll von den Verhandlungen mit der Stadt – ein Dokument der Selbstaufgabe. Reinhard Schramm, der Vorsitzende der Jüdischen Landesgemeinde bringt die Sachlage der Besetzung auf den Punkt. Die Initiative sitze im „falschen Boot“, habe die falschen Verbündeten. Diese Verbündeten sind – besser: waren – wir.

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Greiz: Aufruf zur Demobilisierung aufgetaucht

Im Nachgang zum durchaus demobilisierenden Redebeitrag der Antifa Arnstadt-Ilmenau zum Vorabend des 1. Mai in Erfurt raunte eine Welle der Empörung durch die Zivilgesellschaft und ihre linke Vorhut. Wer mal eine besser aufgebaute Demobilisierung sehen will, als das harte Gepöbel aus genanntem Redebeitrag, der schaue sich folgenden Aufruf linksdeutscher Gutmenschen* zur Demonstration am kommenden Samstag in Greiz an:

Zu einigen der schlimmsten Motive linksdeutscher Dummheit (Ergänzungen erwünscht):

1. Die Nazis machen sich die Ängste einer verunsicherten Gesellschaft zunutze. Ergo: Man nimmt dem Mob seinen Rassismus nicht ab. Wiedermal werden die unschuldigen Deutschen zu Opfern einer nazistischen Clique.
2. Die Angliederung der DDR an die BRD und das deutsche Wiedererstarken wird verharmlost zur „friedlichen Revolution von 1989“, deren tolles Erbe auch noch die widerliche neu-völkische Parole „Wir sind das Volk“ sein soll.
3. Die Lüge von der mehrheitlich weltoffenen und freundlichen Gesellschaft soll dadurch demonstriert werden, dass von sonstwo rangekarrte Gutmenschen* am Samstag den Nazis und dem rechten Wutbürgertum zahlenmäßig überlegen sind. Abgesehen davon, dass die Mehrheit der Greizer diesen Tag wie jeden anderen Samstag auch vor der Glotze oder mit der leidigen Familie verbringen wird, ist dies ein Aufruf zur Demobilisierung an die radikale Linke.

Wer möchte schon – mit Ankündigung – Teil einer Inszenierung sein, die dazu dienen soll, mit den Nazis um die Deutungshoheit über den deutschen Volkscharakter zu konkurrieren? Wer möchte die Lüge von der „offenen Gesellschaft“ verteidigen und den Greizern und anderen Deutschen das Image retten? Geht’s den Linksdeutschen hier noch um bessere Lebensbedingungen für Geflüchtete oder um einen weiteren Schritt, um die Wiedergutwerdung Deutschlands zu demonstrieren?

Die Lösung: Hinfahren und so auftreten, dass unzweifelhaft Klarheit darüber besteht, dass es um die Solidarität mit Geflüchteten geht und um die Denunzierung Deutschlands und seiner Nazis!

* Zur Terminologie des „Gutmenschen“: Wenn Nazis von Gutmenschen reden, dann meinen sie Menschen, die einen universalistischen Anspruch vertreten, also Menschen die meinen, ein Leben in Unversehrtheit steht auch Menschen zu, die nicht zur Sippschaft „Familie“ oder zur Stammesgemeinschaft „Volk“ gehören. Dagegen ist erstmal nichts einzuwenden. Wenn die radikale Linke von Gutmenschen in pejorativer Absicht und mit einer ordentlichen Portionen Zynismus redet, meint sie die beschränkte Borniertheit eines Denkens, das meint innerhalb der bestehenden Ordnung lasse sich ein Leben in Unversehrtheit für alle realisieren; ein Denken, das nicht nur die Analyse der materiellen Verhältnisse bzw. die Einsicht in diese verweigert, sondern das blind ist für die eigene Verstrickung in diesen Abgrund und das die bestehenden Institutionen um Hilfe anbettelt, statt sie samt und sonders abschaffen zu wollen.

Volkstrauertag in Eisfeld: Die Volksgemeinschaft marschiert ihren Nazis hinterher

In Deutschland ist bekanntlich nichts harmlos – offenes Feuer, Schweigemärsche und ignorant-borniertes Gutmenschentum erst recht nicht.

Dieses obsessiv betriebene Anliegen, die Spezifik des deutschen Verbrechens zu verwischen und vergessen zu machen, teilen alle Deutschen, die diesen Tag begehen und wenn in Eisfeld nach den Nazis der Bürgermob mit seinen pseudolinken Kollaborateuren schweigend durch die Stadt marschiert, dann ist dies ein beängstigendes Signal. Die Nazis marschieren hier, wie in der Eisfelder Choreographie unbewusst vorgesehen, an der äußersten Spitze der deutschen Mehrheitsgesellschaft. Sie missbrauchen den Volkstrauertag nicht, wie die Bürger das, nach Abgrenzungsmomenten suchend, gerne hätten. Sie instrumentalisieren ihn nicht, sondern sie haben seine politische Dimension verstanden und radikalisiert.

[…]

Die Volksgemeinschaft gegen Nazis in Eisfeld zeichnete sich nun gerade dadurch aus, dass sie ihre Gemeinsamkeiten in der vagen Abgrenzung von sogenannten Extremisten sucht. Dass man diese nicht nur bei den Nazis vermutete, sondern auch bei der politischen Linken, hätte die örtlichen Linken zu Protesten treiben können. Die Linkspartei hatte das aber nicht im Sinn. Sie bettelte auch nur um Teilhabe an dieser Volksgemeinschaft, was sich etwa an der Teilnahme des dortigen Landtagsabgeordneten Kummer und vermutlich von so manchem Parteigänger zeigt. Statt eine Kritik an dieser elenden Extremismusdoktrin und an der Verharmlosung des Nationalsozialismus zum Volkstrauertag zu liefern, laufen die örtlichen „Linken“ einfach mit und beweisen immer nur wieder, dass dieses selbstgegebene Label nichts ist als eine Anmaßung.

Quelle: Antifa Suhl/Zella-Mehlis

Die NPD und ihr Stimmvieh in Friedrichroda

Quelle: www.volkstrauertag-abschaffen.tk

Aus dem abgebildeten und kürzlich verteilten Satire-Flugblatt:

Schließen Sie sich auch in diesem Jahr in ihre Häuser ein, wenn der Antifa-Mob durch unsere Stadt marschiert, verschließen Sie die Gartentür, ballen Sie die Fäuste, wackeln Sie an den Vorhängen, schneiden Sie Grimassen. Unterstützen sie unseren Kampf gegen Aufklärung, Kosmopolitismus und Freiheit durch stillschweigendes Einverständnis mit der nationalen Front zur Verherrlichung von Vernichtung und Krieg in Friedrichroda. Unsere Stunde wird kommen, da werden die Juden, Kommunisten und Alliierten wieder zittern vor dem deutschen Landser. In der Zwischenzeit liebe Friedrichrodaer bewahren Sie Ruhe, machen Sie die Glotze an, kaufen Sie ein, wählen Sie NPD oder AfD, bleiben Sie so borniert, wie wir es von Ihnen gewohnt sind.

Und auf Facebook diskutieren die Eingeborenen und dort Gestrandeten, ob das Flugblatt wirklich von der NPD sein könnte. Entweder liegt das Problem darin, dass man über die NPD keine Satire machen sollte, weil da kaum noch zugespitzt werden kann oder das Antifa-Bündnis hat sich geirrt und die Leute in Friedrichroda sind nicht ignorant, sondern einfach dämlich. Bei soviel Blödheit weiß ich dann nichts mehr zu sagen. Da ist alles verloren. Diese Leute da lernen irgendwann Lesen und Schreiben und von dem Zeitpunkt werden sie nur noch dümmer und begnügen sich dabei.

Video von der Scheißhaufen-Aktion in Friedrichroda

Mehr Infos: www.volkstrauertag-abschaffen.tk

Kommenden Sonntag – 17. November – 15.30 Uhr – Friedrichroda – DEMO!

„Diese verkackte Stadt
 ist nicht mein zu Hause, 
sie hat alles kaputt gemacht, 
nicht nur dich und mich.“

Blüten der Sprachpolitik

Gerade gefunden beim Veto:

Dieser Stern ist ja bekanntlich der neueste Trend genderlinken Hipstertums. Grammatikalisch korrekt hieße es trotzdem: das Schleckermaul, die Schleckermäuler. Genderkorrekt heute: die Schleckermäuler*innen. Wo etwa sprachliche Lesebarrieren wie „Bürger*innensteig“ wenigstens grammatikalisch noch irgendwie Sinn machen könnten, wird es hier, wie auch bei „Mensch*innen“ etwa, völlig absurd. Aber die sprachlich verordnete Geschlechtergerechtigkeit trägt Früchte, wie man bei den (Fast-)Nazis von „Pro Arnstadt“ sehen kann:

Zur Verteidigung der Genderlinken sei gesagt: Normalerweise gendern die (Fast-)Nazis von „Pro Arnstadt“ nicht, anscheindend nur dort, wo es grammatikalisch falsch ist. Was soll’s. Die Idee ist bei den Reaktionären angekommen. Am Geschlechterantagonismus und bestehenden Gewaltverhältnissen hat sich zwar nichts geändert, aber man muss jetzt nicht mehr darüber reden. Sprachliche Repräsentanz heilt bekanntlich alle Wunden.

Friedrichroda: Kacke für eine Kackstadt

Anerkennend für „10 Jahre Ignoranz und Akzeptanz von Naziaufmärschen, NS-Verharmlosung und Menschenhass“ zeichnete das Antifa-Bündnis Gotha die Eingeborenen der Stadt Friedrichroda mit einem riesigen Scheißhaufen aus.

Friedrichroda=Scheiße

Laudatio zur Preisverleihung des
GOLDENEN SCHEIßHAUFENS
an die Eingeborenen von Friedrichroda

Liebe Eingeborene,

heute ist Ihr großer Tag gekommen. Wahrscheinlich haben die Wenigsten von Ihnen schonmal etwas gewonnen, was sie wirklich verdient haben. Mit dem heutigen Tag, das darf ich Ihnen versprechen, kommt die Wende! Keine Angst, es ist keine Wende wie 1989, die die Wendeverlierer hervorgebracht hat, zu denen viele von Ihnen sich wohl heute zählen müssen. Keine Wende, die die Unsicherheit der gesellschaftlichen Ordnungsverhältnisse hervorbringt, wie die Arbeitslosigkeit, die die Marktwirtschaft gebracht hat und übrigens nicht die Ausländer. Was wir Ihnen heute bringen, ist eine Würdigung, die Ihnen keiner nehmen kann, wie das Geld für den Mallorca-Urlaub und die Ihnen keiner wegessen kann, wie die Bananen um die vor 25 Jahren noch geweint wurde. Wir bringen Ihnen heute den Goldenenen Scheißhaufen, die Auszeichnung für 10 Jahre Ignoranz und Akzeptanz von Naziaufmärschen, NS-Verharmlosung und Menschenhass.

Diese Auszeichnung haben Sie sich redlich verdient, liebe Eingeborene. Sie haben 10 Jahre lang geschwiegen, zugeschaut, mitgemacht als die Neonazis um NPD und Kameradschaften zum Volkstrauertag mit Fackeln durch diese Stadt zogen und die Mörder von Millionen Menschen verherrlichten. Die Stadtoberen haben es Ihnen ja schließlich vorgemacht und im Land der Mitläufer tut man, was einem gesagt wird, seine Pflicht – auch wenn sie einem nicht offen gesagt wird. Der Volkstrauertag, wie er überall begangen wird, gehört zum Deutschtum der Nazis wie die Ausländerfeindlichkeit und der Antisemitismus. An diesem Tag kommt zusammen, was zusammen gehört und was zusammen bekämpft werden muss: Deutschland und seine Nazis.

In diesen Tagen treten die Deutschen immer wieder aufs Neue den Beweis für die historisch erwiesene Tatsache an, dass in Deutschland nichts harmlos ist – nicht mal die Mahnung gegen den Krieg und schon gar nicht das Gedenken an die Kriegstoten. Im gemeinsamen Gedenken an die Kriegstoten aller Weltkriege, an Opfer vermeintlicher und wirklicher Diktaturen sollen die Unterschiede zwischen den Opfergruppen eingeebnet werden. Die von der deutschen Barbarei Ermordeten und die Widerstandskämpfer gegen diese werden mit den Mördern in das selbe Gedenken einbegriffen und am Ende dient dieser ganze Quatsch vor allem einem Zweck: Der Rehabilitierung der deutschen Vernichtungstruppen durch die Darstellung des Zweiten Weltkriegs als einem Krieg neben anderen und durch die Verharmlosung des Holocaust; als ob die grundlose Vernichtung des europäischen Judentums nur ein Gewaltexzess unter vielen war, der im Krieg eben vorkommt – wie Hungersnöte und Seuchen. Am Ende sind die deutschen Mörder und ihre Nachkommen wieder das, was sie schon immer sein wollten: Opfer. Opfer des Krieges, Opfer des Führers und seiner Clique.

Wolfgang Pohrt, der Biograph des deutschen Massenbewusstseins, brachte es auf den Satz, dass ein Deutscher eben keine schlechte Laune oder eigene Schlechtigkeit kenne, sondern nur eine schlechte Welt. Alle haben sich gegen die Deutschen verschworen: die Bolschewisten, die Juden, die Amerikaner und die Asylbewerber sowieso. Ein Volk von ehrlich arbeitenden Opfern – so sehen sich die Deutschen am liebsten. Die Deutschen langen nur zu, wenn sie bedroht werden und bedroht werden sie bekanntlich immer. Davon will man auch im beschaulichen Friedrichroda nicht abweichen. Hier steht die alte Volksgemeinschaft zusammen gegen Aufklärung und Emanzipation. Deswegen stört sich keiner daran, dass hier Neonazis jedes Jahr aufmarschieren und der deutschen Mordgemeinschaft von damals gedenken. Weil sich hier nichts geändert hat, die Deutschen immer noch vor allem in Krisenzeiten eines sind: eine Mordkollektiv im Wartestand.

Herzlichen Glückwunsch zum Preis, wir danken für gar nichts!

Quelle: Antifa-Bündnis Gotha

„Antilopen sind gescheitert, Prinz Pi ist was geworden, Friedrich wurde Vater und Jakob ist gestorben. Bob Dylan gab dir niemals einen Kompass ohne Norden, Bob Dylan würde nie mit einem Arschloch wie dir chillen!“

Thüringer Klöße im Endlager

Kloß-Fritz ins Atommüll-Endlager!

Er verbreitet Angst und Schrecken, seine Anhänger sind lebende Tote und seine Musik ist ein Anschlag aufs Gehör. Der Kloß-Fritz aus Zella-Mehlis sorgte mit seinem Thüringer Klöße-Song für Furore unter Rentnern und Alt-Geborenen im Thüringer Wald. Das schunkelnde Deutschtum dieses Jungen brennt sich in den Kopf, ob man will oder nicht. Seine Musik ist wie ein chronischer Tinnitus, seine Performance wie ein schrecklicher Autounfall: man möchte nicht hinschauen, kann aber auch nicht weg sehen. Mit der Vermarktung des Rennsteig-Ayatollah gelang den Thüringern der furchtbarste Exportschlager seit Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe. Gerüchten zufolge soll die US-Armee schon Interesse geäußert haben. Fritz soll für die amerikanischen Streitkräfte in Guantanamo Geständnisse erpressen. Doch Fritz lehnte ab, er quält lieber seine Landsleute. Aber die Lösung ist nahe! Eine verdienstvolle Initiative, deren Internetauftritt zwischenzeitlich gehackt und als Studentenstreich abgetan wurde, fordert das Atommüll-Endlager nach Suhl zu holen. Dass sich so ein Endlager neben der Müllverbrennungsanlage in Zella-Mehlis prima machen würde, steht außer Frage. Auch die nach Arbeit lechzenden Südthüringer, die als Bedürfnis nach außen tragen, was ihnen als Zwang auferlegt wurde, werden an dem Lager Gefallen finden. Sie dürfen künftig den Müll in Schächte stopfen, den der Kapitalismus produziert, um die Leute mit dem neuesten Schund zu versorgen. Apropos Schund! Auch eine Verwendung für Kloß-Fritz und die mit ihm produzierten Tonträger, die nicht zu nachhaltigen Gehör- oder Bewusstseinsschäden in seinem Umfeld führt, würde dabei abfallen. Fritz kämpft künftig im Stollen gegen die Strahlung. Bei diesem Gesang wird es sich die Halbwertszeit gut überlegen, ob sie einige hundert Jahre dauern oder sich nicht früher aus dem Staub machen will! Also: Her mit dem Endlager und rein mit den Untoten!

aus: Alerta Suhl/Zella-Mehlis #2