„Flugreisen!? Ich mach‘ lieber Urlaub im Thüringer Wald!“

Seit einigen Wochen haben in vielen Städten (u.a. Erfurt und Jena) so eine Mischung aus Wutbürgern, Verschwörungsfreaks, Reichsbürgern und anderem antisemitischen Dreckspack die Montagsdemonstrationen übernommen und machen mobil gegen Bilderberger, Rothschilds und andere vermeintliche Übeltäter. Die Kapitalismuskritik der Montagsdemos – schon immer ein Stiefkind – wurde restlos durch den Antisemitismus ersetzt. Einen lesenswerten Bericht über dieses Sektentreffen mit Zulauf aus Erfurt gibts auf Indymedia linksunten. Die im letzten Textabschnitt diskutierten praktischen Ansätze, um sich gegen diese Zumutung zu wehren, scheinen mir besonders relevant um eine Strategie zu erarbeiten, falls denen nicht bald sowieso die Luft ausgeht. Die vergangenen rassistischen und antisemitischen Mobilisierungen in Deutschland waren ja von einer erfreulichen Kurzatmigkeit geprägt, was nicht über das enorme Potential von Kopp-Lesern und Elsässer-Fans hinwegtäuschen darf. Kritisch finde ich am Linksunten-Text, vor allem wenn man auf Adorno und Horkheimer rekurriert, dass man den Begriff der einen Wahrheit weghaut, nur weil einige Spinner, die sich aus Alufolie Mützen basteln, meinen sie gefunden zu haben. Zum Problem der Wahrheit bei Horkheimer: ab S. 321.


3 Antworten auf „„Flugreisen!? Ich mach‘ lieber Urlaub im Thüringer Wald!““


  1. 1 spiegelschrift 22. April 2014 um 16:47 Uhr

    In Jena waren auf der „Mahnwache“ zu Hochzeiten 13 Personen + etwa genausoviele Gegendemonstrant_innen mit vermutlich parodistisch gemeinten Aluhüten und nocheinmal so vielen abwartend beobachtenden weiteren potenziellen Gegenaktivist_innen), die sich entschieden, keine Reden zu halten und nach etwa 2 Stunden wieder abbauten.

  2. 2 Administrator 22. April 2014 um 18:04 Uhr

    Besten Dank für die Info! Dann gibts in Erfurt einfach mehr Potential oder in Jena Anlaufschwierigkeiten.

  1. 1 MLPD-Musikfestival im rotbraunen Sumpf « OXYMORON Pingback am 06. Juni 2014 um 12:27 Uhr
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