Archiv für März 2015

Ein Hauch von Sportpalast

Lirabelle #8Aus SÜGIDA wurde endlich THÜGIDA und die selten oder nur in Einzelfällen solidarische Landeshauptstadtlinke hat die Nazidauermobilisierung gegen Flüchtlinge jetzt an der Hacke. Allzu lange (keine zwei Wochen um genau zu sein) ist es aber noch nicht her, da marschierten die Südthüringer Nazis zusammen mit Support aus dem ganzen Bundesland und auch Franken Woche für Woche auf dem Platz der Einheit in Suhl auf. Über diesen Aufmarsch, die Reaktionen der „Lügenpresse“ und des anständigeren Teils der „Volksverräter“ sowie die Ohnmacht der unanständigen Antifa habe ich in der aktuellen Ausgabe der Lirabelle (#8) geschrieben, die vor einigen Wochen das Licht der Welt erblickte. Außerdem empfehle ich zur Lektüre aus der aktuellen Ausgabe den Text meines Genossen Simon Rubaschow zu grundlegenden Überlegungen einer materialistischen Religionskritik. Angesichts dessen, dass SÜGIDA, PEGIDA und Co. angeblich gegen „Islamisierung“ marschieren und die (radikale) Linke, was Religionskritik angeht, Nachholbedarf hat, ist das ein wichtiger Beitrag. Zudem hat mein Genosse Fabian über den dezidiert antisemitischen Flügel aktueller rechter Mobilisierungen geschrieben. (mehr…)

Glück im Unglück

Welch Glück im Unglück für die Opfer des Flugzeugabsturzes in Südfrankreich, dass sie mehrheitlich Deutsche und keine afrikanischen Bootsflüchtlinge waren. Von ihrem Tod hätten sonst weder Gauck noch Merkel Notiz genommen, Steinmeier und Dobrindt hätten keinen Ausflug an die Mittelmeerküste gemacht, ZDF Spezial und ARD Brennpunkt wären ausgeblieben und der ganze bürgerliche Betroffenheitsschwindel wäre uns erspart geblieben. Trauerbeflaggung, Schweigeminuten und Nationalspieler mit Trauerflor gäbe es auch nicht, weil die Deutschen die Deutschen und Flüchtlinge nur human waste sind.

Nachruf an Gauck

25.03.2015 14:07

Fünfunddreißig Spanier und hundertfünfzehn Menschen anderer Herkunft sind bei einem Flugzeugabsturz getötet worden. 3.370 Menschen fallen jährlich in Deutschland dem Straßenverkehr zum Opfer, hundertfünfzig alle zwei Wochen. Sie werden ohne Sondersendungen und Sonderzeiten sonder Zahl eingelocht, nichts zu fressen für die Aasgeier, Reporter und Redakteure genannt, die an den Tresen provenzalischer Gasthöfe in ihrem zehnten bis zwanzigsten Pastis nach den Leichenteilen scharren, die geschwätzige Polizisten ihnen für ein kleines Handgeld überlassen. Die Toten des Autoverkehrs werden vergraben, ohne dass die deutsche Kanzlerin samt Außen- und Verkehrsminister einflöge, um sich „vor Ort ein Bild zu machen“ von den Bildern, die sie in Berlin im Fernsehen gesehen hat, aus dem einen die verlogene Visage des Bundespräsidenten anglotzt, der nicht ohne schwarze Krawatte im Gepäck reist und aus seinem Gedenkkästchen den Satz packt:

„Ich bin weit weg von Ihnen kilometermäßig und ganz nah bei Ihnen mit meinen Gefühlen und meiner Trauer.“

In der Romantik nannten die Deutschen sich das Volk der Dichter und Denker; nach dem ersten ihrer Weltkriege nannte Karl Kraus sie das Volk der Richter und Henker. Heute sind sie das Volk der Henker und Gedenker. Ihr erster, der Gauck, aber hat Glück im Unglück der Hundertfünfzig: Wäre ein Angehöriger oder Freund von mir unter den Toten des Absturzes gewesen, kriegten des Präsidenten Leibwächter Arbeit. Hermann L. Gremliza

Aus: Konkret